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CiCERONE TRAVEL


Russische Dachgeschoßkirchen
Der Russe auf dem Dach! Heute wird "der Russe" als Tourist in der Türkei zweierlei wahrgenommen. Entweder sind es kleine Geschäftsleute, die in Istanbul vor allem im Stadtteil Laleli hauptsächlich Klamotten minderer Qualität einkaufen, um sie zu Hause zu verkaufen. Oder es handelt sich um laute Touristen in den Urlaubsfabriken von Antalya, die sich am Buffet nicht zu benehmen wissen. Beides Klischees natürlich. Gehen wir in unseren Gedanken einige Jahrhunderte zurück. Das Ö

Halûk Uluhan
14. Mai 20152 Min. Lesezeit


Cicerone-Monatsprogramm: Mai
Tulpen und Judasbäume zur gleichen Zeit Der lange Winter 2015 hörte plötzlich auf und der Frühsommer ist schon da. Istanbul hat dieses Jahr keinen Frühling gehabt. Cicerone hat zwei Monatsprogramme - beide mit floraler Thematik - an einem Tag organisieren müssen, da es sonst unzeitig geworden wäre: entweder für die Tulpen zu früh oder für die Judasbäume zu spät. Mai- und Juniprogramme wurden also vereint. Force majeure! Die Tulpe stammt aus der Türkei und nicht aus Holland

Halûk Uluhan
6. Mai 20152 Min. Lesezeit


Die Schule St. Benoît
Eine fast 700-jährige Institution Lycée Français Privé Saint-Benoît heißt eine der renommiertesten frankophonen Schulen der Türkei. Sie ist auf unserer Route Richtung Karaköy auf der rechten Seite. Daß sie eine fromme Stiftung war, erkennt man spätestens am Glockenturm. Eine der besten Bildungseinrichtungen der Türkei ist gleichzeitig eine lateinisch-katholische Institution mit uralten Wurzeln. Offizielle Gründung der Schule ist 1783, doch geht die Geschichte eigentlich z

Halûk Uluhan
30. Apr. 20154 Min. Lesezeit


Cicerone-Monatsprogramm: April
Der Tag des Drachentöters: Heiliger Georg auf Büyükada Einer der häufigsten männlichen Vornamen im christlichen Abendland ist Georg, George, Giorgio oder wie die Türken den Griechen nachahmend sagen: Yorgo. Wer kennt ihn nicht? Georg ist ein Heiliger in der katholischen Kirche. In der orthodoxen ist er mehr: ein Märtyrer. Gelebt hat er wohl im 3. Jahrhundert und möglicherweise ist er ein Zeitgenosse des christenfeindlichen Kaisers Diokletian, der für viele Massaker vera

Halûk Uluhan
26. Apr. 20152 Min. Lesezeit


Cicerone-Monatsprogramm: März
Die Bosporus-Paläste: Osmanischer Barock auf Meereshöhe Wer den Topkapı-Palast und die Süleymaniye-Moschee mit aufmerksamen Augen gesehen hat, wird die majestätische Schlichtheit bewundert haben. Wer aber dann die Rüstempaşa und die "Blaue" Moschee gesehen hat, wird einen Sinneswandel, sagen wir Modewechsel, feststellen: außen pfui, innen hui - was Dekor angeht. In der Architektur gibt es solche Epochen, auch bei den Türken. Nach der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 14

Halûk Uluhan
26. März 20152 Min. Lesezeit


Surp-Lusavoriç-Kirche
Der Erleuchter aus dem Kerker Gleich gegenüber der griechischen Schule ist ein gewaltiger Bau mit einer Kegelkuppel, die Surp-Krikor-Lusavoriç-Kirche. Ringsherum eng verbaut, ist der Bau dank seiner gewaltigen Ausmaße auffällig: eine gregorianisch-armenische Kirche, die einem sehr wichtigen Mann geweiht ist: Surp Krikor Lusavoriç oder zu Deutsch: St. Gregor, dem Erleuchter. Er hat eine spannende Lebensgeschichte. Der vermutlich um 240 geborene und um 331 gestorbene (sehr

Halûk Uluhan
24. März 20152 Min. Lesezeit


Griechische Volksschule
Kunst statt Kindergeschrei Unterwegs auf der Kemeraltı-Straße in Richtung Karaköy übersieht man in der Regel ein schönes Haus rechts. Die Straße ist unfreundlich und gilt nicht gerade als Flaniermeile. Geschäfte, die Outdoor-, Jagd- oder Taucherausrüstung verkaufen, dominieren; sonst gibt's viel Verkehrslärm. Das stolze, klassizistische Gebäude mit einer dunkelgrauen, wohl von Umwelteinflüssen mitgenommenen Fassade ist ein Werk des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Nach ei

Halûk Uluhan
24. März 20152 Min. Lesezeit


Cicerone-Monatsprogramm: Februar
Archäologisches Museum Istanbul - Ein Muß für alle Istanbul-Besucher Im Außengarten des berühmten Topkapı-Palastes thront ein stolzer Bau mit einer klassizistischer Front: Das Archäologische Museum von Istanbul. 1891 gegründet, ist es das bedeutendste archäologische Museum der Türkei. Die Sammlungen umfassen rund 15000 Exponate aus Mesopotamien, aus der assyrischen, sumerischen, akkadischen, babylonischen und ägyptischen Antike, dem prähistorischen, griechischen, römischen

Halûk Uluhan
21. Feb. 20151 Min. Lesezeit


Der freie Markt: amerikanisch
Als es noch keine Plagiate gab... Dort wo heute die Wasserpfeifen-Cafés sind, also wo einst das Artilleriegelände und später die Fordwerke waren, gab es ab den 50er Jahren den Amerikan Pazarı, den "amerikanischen Markt". Hier konnte man echte Jeans und andere Markenware an Kleidung haben. Zunächst waren es die in der Türkei stationierten amerikanischen Soldaten und andere Marshall-Planer, die vor ihrer Rückkehr ihre Habseligkeiten verkauften. So entstand die Bezeichnung A

Halûk Uluhan
2. Feb. 20152 Min. Lesezeit


Kılıç-Ali-Pascha
Sinan und Cervantes Eine schöne Vorstellung, dass der geniale Hofarchitekt Sinan und der spanische Schriftsteller Cervantes hier sich in die Augen geguckt haben, der eine als Baumeister, der andere als Sklave. Sinan aus Kayseri ist ein durch Knabenlese islamisierter und türkisierter Armenier. Auch der Bauherr ist ein ehemaliger Sklave: der konvertierte Italiener Occhiali, der spätere Kılıç Ali Paşa, ist als Admiral in die osmanische Kriegsmarinengeschichte eingegangen.

Halûk Uluhan
2. Feb. 20151 Min. Lesezeit


Künstlerschule
Der Gang zwischen Kunst und Handwerk Gemeint ist wohl eher "Handwerkerschule". Sanatkârlar Mektebi ist eine Ausbildungsstätte des 19. Jahrhunderts. Heute existiert nur noch das gleichnamige Straßenschild unterhalb der Gießerei. Das, was aussieht wie eine archäologische Ausgrabungsstätte, hinter riesigen Reklameplanen versteckt, war die einstige "Künstlerschule". Es ist doch ein schöner Zufall, dass die Mimar-Sinan-Universität der Bildenden Künste gar nicht so weit von hier

Halûk Uluhan
2. Feb. 20151 Min. Lesezeit


Tophane
Ein Stadtteil im Dauerumbruch Tophane heißt einfach Kanonengießerei. Dieser unübersehbare Bau mit den vielen Kuppeln und Entlüftungskaminen ist für den Namen der Gegend verantwortlich: die Tophane-i Amire. Die Ursprünge dieser Waffenfabrik gehen auf 1453 zurück, also auf die Eroberung von Konstantinopel. 1823 wurde der Bau bei einem Brand stark zerstört und erneuert. Tophane war wohl das älteste Industriegebiet von Istanbul. Heute wird das Haus als Ausstellungshalle genutzt

Halûk Uluhan
2. Feb. 20152 Min. Lesezeit


Istanbul Modern
Kunst in der Lagerhalle Ein Muß für alle Kunstkenner und eine große Neuheit für die Türkei, da ein Museum der modernen Kunst fehlte. Staatliche Gemälde- und Skulpturenmuseen sind dank der Republik da, aber langweilig. Doch gab es erste Bestrebungen zu Sammlungen schon in den letzten Jahrzehnten des osmanischen Imperiums. Dass die Bildende Kunst vernachlässigt wurde, hat sicher mit dem religiösen Bilderverbot zu tun. Eine ehemalige Hafenhalle hat durch die Initiative der b

Halûk Uluhan
2. Feb. 20151 Min. Lesezeit


Erste Autofabrik der Türkei
Türken lieben Ford - Ford liebt die Türkei Es beruht sich auf Gegenseitigkeit. Anadol oder Tofaş, welches war das erste in der Türkei gebaute Auto? Anadol war es, und der Anadol lief mit einem Ford-Motor. Die Türken liebten Ford schon immer. Gleich nach der Gründung der Republik 1923 versuchte man alles daran zu setzen, das Land zu industrialisieren. Das osmanische Reich hatte viele Züge verpasst. Die moderne Republik unter Atatürk rannte hinterher, um wenigstens den Abst

Halûk Uluhan
2. Feb. 20151 Min. Lesezeit


Verbindungsstelle der Bundesanstalt für Arbeit
Zum unbekannten Gastarbeiter In diesem unscheinbaren Amtsgebäude hat alles angefangen. Die Arbeitsmigration der Türken nach Deutschland vor über einem halben Jahrhundert. Ist es Schicksal, dass das Haus heute mit EU-Mitteln erneuert/saniert wurde? Der Krieg war vorbei. Deutschland musste sich wieder herstellen, wie Phönix aus der Asche. Es fehlten in vielen Bereichen die Arbeitskräfte, vor allem in den einfacheren Ebenen. Männer der Geburtenjahrgänge 1920-25 waren meistens

Halûk Uluhan
26. Jan. 20153 Min. Lesezeit


Tomtom Kaptan
Ein Navigationsgenie oder ein Trommler? Geht man nun auf die Hauptachse dieses Stadtteils, auf die Boğazkesen Caddesi, sieht man rechts ein lachsfarbenes Eckhaus, dessen Geschichte es noch zu erforschen gilt. Schräg gegenüber ist die Mündung der Çukurcuma-Gasse, mit dem Museum der Unschuld von Orhan Pamuk, dem zeitgenössischen, nobelpreisgekrönten Schriftsteller. Schaut man nach links, sieht man eine kleine unscheinbare Moschee, die in allen Quellen ziemlich genau auf

Halûk Uluhan
25. Jan. 20151 Min. Lesezeit


Little Italy
Palazzo di Venezia Dort, wo die italienische Flagge nicht zu übersehen ist, ist auch der venezianische Palast, ein Gebäudekomplex aus dem ausklingenden 17. Jahrhundert, natürlich mehrfach aus- und umgebaut. Warum denn gerade Venedig? Ganz einfach: Es gab doch noch gar kein Italien. Es gab zahlreiche mittelalterliche Stadtstaaten (ab 695 n. Chr. entsteht z. B. der Staat Venedig, neben Genua), die in der Neuzeit durch die Herzogtümer abgelöst wurden. Der Überseehandel erfor

Halûk Uluhan
24. Jan. 20153 Min. Lesezeit


Tomtom-Kaptan-Sok. 22
3G auf Französisch Wir schreiten die Tomtom weiter hinunter. Links und rechts haben wir nur noch Mauern. Dann kommt eine steile, unsichere Treppe. Ist man einmal unten angekommen, fühlt man sich auf einmal in einer anderen Welt. Das hier nenne ich Little-Italy. Wir drehen uns um und sehen das 3-G-Haus: Gesetz – Gerechtigkeit – Gewalt. Das französische Konsulartribunal. Das Gericht! Der Eingang an der Sackgasse Çiçekçi Çıkmazı, direkt am immer verschlossenen Tor der

Halûk Uluhan
23. Jan. 20151 Min. Lesezeit


Tomtom-Kaptan-Sok. 15
Anna Anna Grosser-Rilke, Anna (Maria Augusta), geb. Rilke, verh. Treuenfels (* 1853 in Melnik-Tschechien, † 1937/38, Ort unbekannt), Pianistin, Klavierlehrerin und Journalistin. Sie war zwar verwandt mit dem Dichter Rainer Maria Rilke, hat ihn aber möglicherweise nur selten oder gar nicht getroffen. Mit 25 Jahren heiratete Anna Rilke den deutsch-jüdischen Maler Moritz Treuenfels, der 3 Jahre später starb. Anna zog nach Berlin und trat hier weiterhin glanzvoll auf. Sie hatte

Halûk Uluhan
21. Jan. 20152 Min. Lesezeit


Postacılar Sok. 8
Heilige spanische Erde Nach dem ersten Knick nach rechts haben wir nun an der rechten Ecke und in der Fortsetzung weiterhin eine spanische Liegenschaft mit ehemaligem Kulturzentrum. Und gegenüber? Eine hohe alte Mauer mit einem verschlossenen eisernen Tor. "Capella et Hospitium Terra Sanctae" liest man auf dem bescheidenen Schild darüber. Also eine Kapelle und ein Hospiz verbergen sich dahinter, die so schön "Heilige Erde" heißen. Ebenso spanische Erde. Von spanischen

Halûk Uluhan
19. Jan. 20151 Min. Lesezeit
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