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Surp-Lusavoriç-Kirche

  • Autorenbild: Halûk Uluhan
    Halûk Uluhan
  • 24. März 2015
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Juni

Der Erleuchter aus dem Kerker

Gleich gegenüber der griechischen Schule ist ein gewaltiger Bau mit einer Kegelkuppel, die Surp-Krikor-Lusavoriç-Kirche. Ringsherum eng verbaut, ist der Bau dank seiner gewaltigen Ausmaße auffällig: eine gregorianisch-armenische Kirche, die einem sehr wichtigen Mann geweiht ist: Surp Krikor Lusavoriç oder zu Deutsch: St. Gregor, dem Erleuchter. Er hat eine spannende Lebensgeschichte.

Der vermutlich um 240 geborene und um 331 gestorbene (sehr lange Lebenszeit!) Heilige stammte aus der Fürstensippe der Arsakiden im alten Persien und hieß bürgerlich "Suren". Eine Nebenlinie dieser Familie beherrschte Großarmenien. Der persisch-sassanidische König Schapur I. beauftragte Anak, den Vater des jungen Suren, mit der Ermordung des armenischen Großkönigs und Verwandten Tiritades II., da er über ganz Armenien herrschen wollte. Surens Vater erfüllte den Auftrag.

Die Rache der Armenier war brutal. Die ganze Familie des Anak wurde ausgerottet. Nur Suren und sein Bruder überlebten das Massaker.


Erzieher brachten Suren nach Kappadokien. In der mittleweile stark - aber heimlich - christianisierten Provinzhauptstadt Cäsarea (Kayseri) bekam er eine strenge christliche Erziehung und den christlichen Namen Gregor. Christsein war im Römischen Reich strengstens verboten und verfolgt.

Der armenische König Tiritades III., dessen Vater vom Vater des jungen Gregor ermordet wurde, wollte mittlerweile sein ganzes väterliches Reich Armenien wiedererobert haben. In Cäsarea angekommen, machte der König Gregor zu seinem Sekretär, da er neben Armenisch auch sehr gut Griechisch sprach. Als bei einem Ritual Gregor sich weigerte, der zoroastrischen Göttin Anahita zu opfern, verriet er sich selbst als Christ. Tiritades fand obendrein heraus, wer er war. Gregor landete im blinden Kerker der Klosteranlage Khor Virap auf der Ararat-Ebene. Man hatte die Hoffnung, er sterbe dort.

Doch überlebte er auch diese Qual. Nach 13 Jahren holte man ihn aus diesem Loch heraus. Er sollte nämlich den schwerkranken König mit seinen Gebeten heilen. Vielleicht hilft ja der christliche Glaube doch. Der König und seine Familie litten unter Lykanthropie, einer schizophrenen Psychose. Gregor heilte den König, die ebenso kranke Familie und bekehrte ihn und führende armenische Fürsten zum Christentum. Armenien wurde zum ersten christlichen Staat und Gregor Lusavoriç, der Erleuchter, zum ersten armenischen Katholikos.

Die Kirche ist donnerstags geöffnet. Es mangelt halt an Publikum. Gleich neben der Kirche ist das armenische Gymnasium "Getronagan" voll im Betrieb.


 
 
 

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