Am Hafenkai von Karaköy VI
- Halûk Uluhan

- 27. Dez. 2015
- 1 Min. Lesezeit
Rıhtım Han

Oder der Merkez Rıhtım Han ist einer der beiden die Passagierhalle flankierenden "Hans". Ein Han, ursprünglich eine Karawanserei auf Landwegen, ist in einer Stadt immer ein mehrstöckiges Haus meist mit einem Innenhof - aus Platzgründen auch mal ohne. Ein Han ist heute ein "Bürogebäude". Aus der historischen, märchenhaften Karawanserei gewachsen, wurde ein Han erst eine Art Markthalle, dann ein Geschäftszentrum mit Herberge usw.

Ebenso in den "eklektischen" Jahrzehnten gebaut (1912-1914), war der Rıhtım (=Kai) Han gedacht als eine Einnahmequelle für die Seefahrtsverwaltung. In der Republik wechselten die Nutzer öfter; sie waren aber immer staatlich-maritime Institutionen.

Im Gegensatz zum Çinili Han hat dieses Haus das ästhetishe Konzept des Klassizismus konsequent gehalten. Pseudosäulen und balkonähnliche Hervorhebungen ergänzen zusammen mit dezenten Kurven der senkrechten Linienführung die besonnene Fassade. Die sparsame Nutzung der farbigen - maritimblauen - Kacheln sınd Zeugen einer durchdachten Gesamtarchitektur.


Ein Blick auf die Mieterliste und Türschilder der 1920-er Jahre gibt Aufschluß über den kosmopolitischen Charakter von Karaköy.




Hafen bedeutet Geschäftsleben. Hafen bedeutet Weltbürgertum. Das Kapital kennt keine Nationaliät und keine Staatsangehörigkeit - nach wie vor.




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