Baklava
- Halûk Uluhan

- 31. Jan. 2016
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Muß Sünde immer süß sein?
"Wir haben keinerlei Filialen" steht an der Tür, wenn man "Karaköy-Güllüoğlu" betritt. Jeder, der gegenüber der Passagierhalle, an dem geschmacklosen Parkhaus vorbeigeht, richtet mal den Blick auf die süßen Sünden im Schaufenster dieses traditionsreichen Unternehmens. Bei gutem Wetter sitzen die Menschen sogar draußen und steigern ihren Blutzucker.

Baklava ist ein Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, gefüllt mit gehackten Walnüssen, Mandeln oder Pistazien. Es wird roh in diverse Formen geschnitten oder einzeln gefaltet zusammengelegt, gebacken und solange es noch heiß ist, in Sirup aus eingekochtem Zuckerwasser eingelegt und zum Abkühlen ruhen gelassen. Klassischer Begleiter eines Baklava-Desserts ist starker, schwarzer Mokka, da seine Bitterkeit mit der Süße des Baklava kontrastiert.
Dazu wird oft Speiseeis oder Kaymak (Rahm) gereicht. Auf jeden Fall sind es insgesamt sündhaft viele Kalorien.

Alles, was einen guten Namen macht, wird entweder kopiert und nachgeahmt; oder durch Zesplitterung der Familie entstehen neue Konkurrenten.
Auch bei den Güllüoğlus war es so: Familienstreitigkeiten um einen guten Namen! Es gibt mehrere Baklava-Marken, die sich mit dem Namen Güllüoğlu rühmen, aber nur einer, der hier, ist der Echte! Wirklich!

Daher steht vorne "Karaköy" dran, um nicht mit der abtrünnigen Konkurrenz verwechselt zu werden. Die Produktionsstätte ist ganz in der Nähe: an der Mumhane Caddesi. Wer will, kann auch dort sündigen.

Im Buch: Ort 42





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