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Karaköy Palas

  • Autorenbild: Halûk Uluhan
    Halûk Uluhan
  • 1. Dez. 2016
  • 2 Min. Lesezeit

Auf den Spuren von Giulio Mongeri

Der waschechte Istanbuler Architekt Giulio Mongeri (1873-1953), ein Levantiner, hat seiner Stadt viele schöne Bauwerke beschert, darunter auch das imposante Haus Karaköy Palas. "Wall Street" von Konstantinopel im ausklingenden Osmanischen Reich war Karaköy und die Voyvoda-Strasse zwischen Karaköy und Şişhane. Das Finanzzentrum des Orients par excellence war Karaköy. Prestigebauten der Banken und Versicherungen entstanden hier. Als Karaköy-Palas 1920 entstand, gab es noch keinen Karaköy-Platz. Die Voyvoda-Strasse endete hier. Erst nach den Abrissarbeiten 1956-58 kam Karaköy-Palas in seiner ganzen Pracht zur Geltung.


Mongeri, in Istanbul geboren und aufgewachsen, wusste den "westlichen Historismus" in der Architektur gut anzuwenden. An diesem Werk hat er sogar alte seldschukische wie osmanische Elemente angewandt. Die Eingänge und Pseudo-Eingänge im Erdgeschoss ahmen ein Han, eine Karawanserei nach. Vor den Fenstern sind mal Balkone, mal sind sie nur angedeutet. Die Etagen sind jeweils anders an der Fassade. Nichts wiederholt sich. Das, was wie Wiederholung aussieht ist nur eine Täuschung - eine spannende Fassade eben.

Konzipiert war das Haus in drei Teilen, daher auch die assymmetrische Fassade.

Der mittlere Teil war als ein "Han" gedacht, während die beiden seitlichen Flügel für zwei Banken geplant waren. Vielleicht schaut man sich deswegen, wegen der verspielten Fassade, dieses Haus intensiv an - gebannt steht man davor.

Banca Commerciale Italiana und Banco die Roma waren unter anderem die Nutzer des Hauses.

Mongeri, der während des Ersten Weltkrieges wegen seiner ursprünglich italienischer Herkunft das Land verlassen musste, obwohl er osmanischer Staatsbürger und gebürtiger Istanbuler war, kehrte danach wieder zurück. Er übernahm seine frühere Position als Lehrer an der "Schule der Schönen Künste" wieder. Im Krieg war Italien einer der Feinde. Die spätosmanisch-frührepublikanischen türkischen Architekten wie Kemaleddin und Vedat waren seine Schüler, mit denen er später zusammen arbeitete.

Ein weiteres wohl allen bekanntes Werk von ihm ist die Kirche des Heiligen Antonius an der Grand Rue de Pera (Istiklal Caddesi).

Mongeri muss sein Werk sehr gefallen haben. Nach Fertigstellung zog er auch in dieses Haus ein.

Der Karaköy-Platz ist heute sehr hässlich. Umso schöner ist der Mongeri-Palast.

 
 
 

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