Ziraat Bank
- Halûk Uluhan

- 22. Okt. 2016
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Wiener Bankverein am Goldenen Horn
Ein mächtiges Bauwerk steht am Kai des Goldenen Horns dort, wo die Galata-Brücke den chaotischen Karaköy-Platz erreicht. "Ziraat Bankasi", die türkische Version der Raiffeisenbank, einer Bauernbank also, zog 1944 in das alte, 1910-1912 gebaute Haus des Wiener Bankvereins ein. Das Haus gehörte vorher der französischen Bank Credit Lyonnaise, doch die Wiener haben die französische Variante völlig abgerissen und ihre aufgebaut.

Das Finanzabenteuer Galatas hat 1908-1918 einen Wendepunkt erreicht. In dieser "Ära der Nationalen Wirtschaft" kehrte der "Kranke Mann am Bosporus" ausländischem Geldwesen den Rücken und förderte die heimischen Quellen. Insgesamt wurden in diesen zehn Jahren 24 Banken gegründet, davon 17 mit türkischem Kapital.
1916 wurde die Ziraat Bank gegründet.
So "national" war diese Ära wohl doch nicht. Man kehrte hauptsächlich den Börsen in Paris und London den Rücken und dem Kapital der Alliierten. Deutsche und österreichische Banken waren gern gesehen.



Die Architektur ist eklektisch, d.h. weist keinen einheitlichen Stil auf. Adlerfiguren auf einem Schiffsbug bzw. auf einem Globus sind bemerkenswerte Schmuckelemente an der Front. An den Ecken der Terrasse auf mittlerer Höhe sind zwei Menschenfiguren zu sehen. Eine Frau mit zwei Kindern und ein Mann mit Hammer und Meissel in der Hand.


Wenn es nach Verschwörungstheoretikern geht, handelt es sich bei dem Mann um den alttestamentarischen Hiram Abif, den allegorischen Freimaurer, den Architekten des Tempels von König Salomo in Jerusalem. Und die Frau sei seine verwitwete Mutter.
Zum Glück gibt es auch klügere Interpreten der Architektur und der Kunstgeschichte.




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