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Postacılar Sok. 3-5

  • Autorenbild: Halûk Uluhan
    Halûk Uluhan
  • 2. Jan. 2015
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Dutch Chapel - Ein Patriarch mußte sterben!

Das Osmanische Reich nahm mit Holland die ersten diplomatischen Beziehungen 1612 auf. Im Gelände der Gesandtschaft entstand natürlich auch eine Kapelle für die in Istanbul sesshaften Vertreter des Tulpenvolkes.

Tulpen? Ach, das ist ja wieder ein anderes Kapitel.

Nach einem Brand 1831 wurde die Kapelle erneuert. Heute treffen sich hier englisch sprechende Christen der Unionskirche, der "Union Church".

Die Kellergeschosse der Kirche, dienten früher als Gefängnis.

Eine schillernde Figur, der sechsfache Patriarch von Konstantinopel Kyrillos Loukaris, (geb. 1572 in Heraklion), griechischer Theologe, muss hier unbedingt erwähnt werden.

Loukaris, der sogar auch mal das Amt des Patriarchen von Alexandrien innehatte, schloss sich nämlich der Reformationsbewegung an. Er war öfter hier zu Besuch, um mit holländischen Theologen zu diskutieren. Loukaris suchte die Unterstützung der Protestanten und ließ seine Confessio Fidei Orthodoxae 1629 in Genf erscheinen. Er kritisierte darin die orthodoxe Kirche, vor allem deren Bilderverehrung und die Fürbittegottesdienste für die Toten.

Da der Calvinismus im Osmanischen Reich bedeutungslos war, hatte Loukaris nichts zu befürchten. Sein Widersacher, Kyrillos Kontares, der vom Jesuitenkolleg Galata stammte, sicherte sich hingegen die Unterstützung ausgerechnet der katholischen Kirche, die durchaus bestrebt war, in Konstantinopel Fuß zu fassen. Dazu musste Kontares allerdings erst Loukaris loswerden. Die Entledigungsmethode war äußerst "byzantinisch": In Sultanskreisen verbreitete man das Gerücht, Patriarch Loukaris sei ein Russenspion. Sultan Murat IV. ließ ihn am 27. Juni 1638 von Janitscharen auf einem Schiff auf dem Bosporus umbringen.

Kontares, der als Patriarch von Konstantinopel die Nachfolge von Loukaris antrat, ließ diesen post mortem am 24. September 1638 zum Ketzer erklären. Wahrscheinlich wollte er seine Anhänger auf diesem Weg loswerden.

Loukaris‘ Schriften hatten Auswirkungen auf das westliche Zarenreich (heutiges Polen, Ukraine, Rumänien), wo der Calvinismus auf fruchtbaren Boden stieß. Papst Urban VIII. nannte ihn „Sohn der Dunkelheit, Höllenreiter“.


Selten waren Orthodoxe und Katholiken sich so einig.

In alten Städten wie Istanbul ist jede Ecke ein Tatort.



 
 
 

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