Brevi manu*

En son güncellendiği tarih: 26 May 2018

* kurzerhand: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist schon wieder in der Türkei. Diese hohe Besuchsfrequenz innerhalb weniger Monate ist außergewöhnlich. Aber mit keinem anderen Land hatte in der Geschichte Deutschland so viel zu tun wie mit der Türkei. Das ist heute noch so. In Istanbul und in der Türkei stößt man auf Schritt und Tritt auf deutsche Spuren. Syrische Flüchtlinge beherrschen nach wie vor die Agenda. Im Oktober 2015 war ein Bombenanschlag in Ankara mit 107 Menschenopfern, und das Land stand vor einer Parlamentswahl. Merkel kam nach Ankara. Syrische Flüchtlinge kamen weiterhin. In einem Teil der Türkei herrscht zur Zeit Kriegszustand, denn die Regierung will die Probleme dort kurzerhand lösen.  Abertausende syrische Flüchtlinge stehen wieder vor der Tür, Merkel auch.

Angela Merkel im Yıldız-Palast

Deutsch-Türkische Beziehungen haben einen Stellenwert, der über die übliche Diplomatie hinausgeht - sagen wir historisch-freundschaftlich. Gemeint ist nicht der Allesinklusiv-Tourismus in Antalya, auch nicht die Dönerbude um die Ecke mit scharfer Soße. Manchmal sind aber die Reminiszenzen unangenehm.  „Ich habe den größten Teil meines Lebens in der Türkei verbracht und kenne die Armenier. Ich weiß deshalb, Dass beide, Armenier und Türken, in diesem Land nicht zusammenleben können. Eines der beiden Völker muss verschwinden. Ich mache den Türken keinen Vorwurf, dass sie mit den Armeniern so umgehen. Ich bin der Meinung, dass sie das völlig zu Recht tun. Das schwächere Volk muss unterliegen. Die Armenier wollen die Türkei zersplittern, Sie sind in diesem Krieg gegen die Türken und die Deutschen und haben deshalb kein Existenzrecht mehr.“

FKpt Hans Humann - Silberne Imtiyaz-Medaille, Goldene Liyakat-Medaille, Medjidiye-Orden 4. Klasse

Das sind Worte des jungen, deutschen Fregattenkapitäns, der für das deutsche Stationsschiff Loreley (Botschaftsyacht) nach Istanbul entsandt wurde. Er verfügte über hervorragende Türkischkenntnisse (hier geboren und aufgewachsen) und über Fähigkeiten im Umgang mit den Türken. Der Kriegsminister Enver Bey (Pascha) war sein Duzfreund. So benahm er sich auch - wie ein ungezogener Neureicher. Es war kein geringerer als Hans Humann, Sohn des Pergamon-Entdeckers Carl Humann. Noch vor etwas mehr als 50 Jahren durfte sein Vater die Villa des englischen Botschafters auf einer Prinzeninsel bauen. Carl Humann zog wegen seiner Tuberkulose nach Istanbul und machte hier eine beachtliche Karriere (siehe Eintrag: "Yassıada-Plati" vom 7.2.2016).


Deutsches Stationsschiff, Botschafteryacht Loreley am Bosporus

Ruinen von Ani, Kars

Die traurige, armenische Geisterstadt Ani in Kars erinnert den Besucher an 1915.Und 1915 heißt für Armenier Deportation und Massaker. Ob "Völkermord" oder "Großes Unheil" - das, was 1915 dort passiert ist, ist leider in der Türkei nicht aufgearbeitet - in Deutschland auch nicht. Am 15. Juli 1915 schrieb Humann etwas präziser, dass "die türkische Regierung die Kriegszeit und das anderweitig gefesselte Interesse Europas benutzt, um die ganze armenische Frage brevi manu gewaltsam zu erledigen." ... "Die Armenier wurden jetzt mehr oder weniger ausgerottet. Das ist hart aber nützlich." Später bedrängte Humann sogar den damaligen deutschen Außenminister Richard Kühlmann, die Türken um "unserer ... politischen Interessen willen"in der Amenierangelegenheit nicht zu kritisieren, da man sonst Gefahr laufe, den Kriegsverbündeten zu entfremden und so mittelbar die deutschen Interessen im Nahen Osten gefährden würde, die in den orientalischen Ländern, so Humann, in besonderem Maße von guten persönlichen Beziehungen abhängen würden. Jürgen Gottschlich, der hervorragende Bücher und Berichte über die Türkei schreibt, hat 2015 ein schönes Buch herausgegeben: "Beihilfe zum Völkermord", erschienen im Berliner Verlag Ch.Links. Der Buchtitel sagt schon einiges aus.


​​Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass Hans Humann maßgeblich dazu beitrug, dass das Osmanische Reich in den Ersten Weltkrieg eintrat. 

Die Goeben und die Breslau

Aus Goeben wird Yavuz

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 entwarf Humann den erfolgreich umgesetzten Plan, die im Mittelmeer liegenden deutschen Kriegsschiffe SMS Goeben (später: Yavuz) und SMS Breslau (später: Midilli) dem Zugriff der überlegenen britischen Marine zu entziehen, indem man die beiden Zuflucht in einen vorerst neutralen türkischen Hafen nehmen ließ. Dort wurden die beiden Schiffe vom deutschen auf türkische Hoheitszeichen „umgeflaggt“ und nominell der Kontrolle der türkischen Regierung übergeben. Die Mehrheit der Bevölkerung wollte keinen Krieg mehr.Der Kriegsminister Enver und Humann waren aber bellistisch eingestellt. Die Schiffe mit der unklaren Staatszugehörigkeit (deutsche Besatzungen auf deutschen Schiffen unter osmanischer Flagge) fuhren in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins Schwarze Meer und bombardierten russische Ziele. Russland sah die Situation aber klar und erklärte dem Osmanischen Reich den Krieg - gemäß den Vorstellungen Humanns.

Kriegsminister Enver Pascha

Der Name Enver war positiv reputiert: Zigarettenmarke

Enver-Pascha-Brücke in Berlin


Humann, der aufgrund seiner "Busenfreundschaft" sogar das Büro des Kriegsministers Enver ohne anzuklopfen betreten durfte, hatte eine Machtfülle, die weit über seine nominelle Stellung hinausging und praktisch die kaiserliche Botschaft in Istanbul dominierte.

Kaiser Wilhelm II. bei einer Kranzniederlegung im Garten der Botschaft in Tarabya.Der junge Mann in der schwarzen Marineuniform ist Hans Humann.

Goeben-Schraube vor dem Marinemuseum, Beşiktaş

Geistige Nahrung bekam Humann sicherlich auch durch dubiose Gestalten wie Ernst Jäckh. Bekannt wurde Jäckh für seine propagandistische Unterstützung der jungtürkischen Revolution in den deutschen Medien. Jäckh war mehr als nur ein Journalist. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs gab es in Deutschland ein sogenanntes Türkenfieber. Der Kaiser und sein Auswärtiges Amt hofften, das Osmanische Reich an ihre Seite ziehen zu können. Im Kriegsrausch sahen viele Deutsche den Islam als rettende Macht an. So forderte Jäckh, zunächst als Wunsch:

"Die Fahne des Propheten müsste den Panislam zum vernichtenden Hass aufrufen gegen die englische und französische Fremdherrschaft von Indien bis Marokko!"

Ein deutscher Djihadist also.

Ernst Jäckh

Anfang November 1914, knapp eine Woche vor dem Kriegseintritt der Türkei, beschrieb Jäckh Folgendes:

"Wer in diesen Tagen in Konstantinopel in die Räume des Generalissimus Enver Pascha hineinblicken konnte, der konnte dort die Abgesandten der fernsten und wildesten Stämme aus Afrika und aus Asien sehen, freudig bereit zum Schwur auf das Schwert des Kalifen, das gegen Russland, gegen England und gegen Frankreich ausholt für Deutschland; der musste aber auch über die weitreichende Organisation staunen, die den Islam bereits belebt und stärkt."

Mit „Organisation“ meinte Jäckh die geheimdienstlichen Aktivitäten, die er selbst mit einigen Gesinnungsgenossen als Protagonisten in Arabien entfaltete, um Aufstände gegen die Kolonialmächte zu schüren.

Friedrich Schrader

Friedrich Schrader, der seit 1891 in Istanbul lebte und für US-amerikanische, armenische und deutsche Bildungseinrichtungen tätig war, vertrat eine andere Position. Schrader war stellvertretender Chefredakteur des "Osmanischen Lloyd" und Korrespondent der Frankfurter Zeitung. 

"Jihadisierung" und Propagierung eines türkischen ethnischen Nationalismus nannte er die Ansichten und Aktivitäten von Ernst Jäckh und seiner rechtskonservativen Mitstreiter wie Hans Humann. Dadurch sei eine seit langem betriebene Modernisierung der (damals noch multi-ethnischen) osmanischen Gesellschaft nach der jungosmanischen Revolution von 1908 massiv gefährdet.

Schrader, der sich kritisch mit der Politik der Jungtürken und der deutschen Nahostpolitik auseinandersetzte, warnte eindringlich vor der Propagierung und Unterstützung ethnisch-nationalistischer Ideologien im Nahen Osten durch die deutsche Politik:

„Wir dürfen auch im Ausland nicht, wie wir bisher getan haben, stets zu der Partei halten, die es auf Vergewaltigung wichtiger Kulturelemente zugunsten der eigenen nationalen Vorherrschaft abgesehen hat. Das wird sich stets rächen, wie es sich in der Türkei gerächt hat. Wir hätten nicht türkischer sein dürfen als der Türke.“

So sind die deutsch-türkischen Beziehungen - verstrickt und immer spannend: Villenbau, Pergamon, Beihilfe, Kriegseintritt.

Schuld an allem war ein Tuberkulosebazillus.

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