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CiCERONE TRAVEL
Wo Petrus und Paulus sich die Hände gaben...
Antiochia am Orontes
Die erste Kirche der Welt
9 Tage 8 Nächte
Ganzjährig
Zwischen der fruchtbaren kilikischen Ebene, dem Golf von İskenderun, den Bergen des Amanos und den Landschaften am Euphrat begegnen sich seit Jahrtausenden Völker, Religionen und Handelswege. Hethiter und Assyrer, Griechen und Römer, frühe Christen, armenische und arabische Gemeinden, Kreuzfahrer, Mamluken und Osmanen haben ihre Spuren hinterlassen.
Unsere Reise beginnt am Seyhan in Adana, folgt der Mittelmeerküste nach İskenderun und erreicht mit Antakya eine der bedeutendsten Städte der antiken und frühchristlichen Welt. Über das späthethitische Bildhauerzentrum Yesemek gelangen wir schließlich nach Gaziantep – in eine Stadt, in der römische Mosaikkunst, osmanische Handelsquartiere und eine der großen Küchen Anatoliens zusammentreffen.
1. Tag: Ankunft in Adana
Ankunft am Flughafen Adana beziehungsweise Çukurova. Nach dem Transfer zum Hotel unternehmen wir, sofern es die Flugzeit erlaubt, einen ersten Spaziergang am Seyhan.
Dabei sehen wir die Sabancı-Zentralmoschee und die historische Taşköprü. Die steinerne Brücke über den Seyhan geht in ihren Ursprüngen auf die römische Zeit zurück, wurde jedoch über Jahrhunderte immer wieder erneuert und umgebaut.
Beim gemeinsamen Abendessen lernen wir die kräftige Küche der Çukurova kennen: Adana-Kebab, geröstete Paprika, Fladenbrot, Salate und Şalgam gehören unbedingt dazu.
Abendessen und Übernachtung: Adana
2. Tag: Adana – Stadt der Ramazanoğulları und der Industriekultur
Wir beginnen im umfangreichen Adana-Museumskomplex, der in einer ehemaligen Textilfabrik eingerichtet wurde. Die archäologischen Sammlungen führen von der Vorgeschichte über die hethitische, assyrische, hellenistische und römische Zeit bis in die Spätantike. Daneben erzählen Abteilungen zur Landwirtschaft, Industrie und Stadtgeschichte von der Entwicklung Adanas zum wirtschaftlichen Zentrum der Çukurova.
Anschließend erkunden wir die historische Innenstadt. Im Viertel Tepebağ stoßen wir auf die ältesten Siedlungsschichten und die Reste der traditionellen Stadthäuser. Wir sehen die Ulu Cami, den Ramazanoğlu-Palast, die Yağ Cami, den Großen Uhrturm und den Kazancılar-Basar. Auch die Bebekli Kilise, die katholische Kirche St. Paul, erinnert an die christlichen und levantinischen Gemeinden der Stadt.
Adana erschließt sich jedoch nicht allein über seine Monumente. Deshalb gehören auch die Märkte, die kleinen Lokale und eine Kostprobe von Bici Bici oder einer anderen regionalen Spezialität zum Programm.
Abendessen und Übernachtung: Adana
3. Tag: Adana – Payas – İskenderun
Wir verlassen die Çukurova und folgen der Küste des Golfs von İskenderun. In Payas besuchen wir eines der eindrucksvollsten osmanischen Ensembles an der alten Pilger- und Handelsstraße nach Syrien.
Der Sokollu-Mehmed-Pascha-Komplex umfasst Karawanserei, Moschee, Basar, Hamam und weitere Versorgungseinrichtungen. Zusammen mit der benachbarten Festung vermittelt die Anlage eine Vorstellung davon, wie Handel, militärische Sicherung, religiöses Leben und Versorgung im Osmanischen Reich miteinander verbunden waren.
Danach Weiterfahrt nach İskenderun. Die Hafenstadt entwickelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Umschlagplatz des östlichen Mittelmeeres. Levantiner, Araber, Armenier, Griechen und europäische Kaufleute prägten das städtische Leben.
Am späten Nachmittag Spaziergang entlang der Küste. Die katholische Kathedrale und die orthodoxe Kirche werden, abhängig vom Stand der Restaurierung und der Genehmigung der Gemeinden, von außen oder nach vorheriger Absprache auch von innen besichtigt.
Abendessen und Übernachtung: İskenderun
4. Tag: İskenderun – Arsuz – Antakya
Am Vormittag beschäftigen wir uns noch einmal mit der Hafen- und Handelsgeschichte İskenderuns. Anschließend fahren wir entlang der Küste nach Arsuz, dem antiken Rhosos. Der Ort war bereits in der Antike ein Hafen und bewahrte bis in die Neuzeit eine christlich-arabische Tradition.
Nach einer Pause am Meer setzen wir unsere Reise über den Belen-Pass nach Antakya fort. Dieser Übergang durch das Amanosgebirge war seit der Antike von großer strategischer Bedeutung. Über ihn verliefen Heere, Pilger und Karawanen zwischen Anatolien und Syrien.
In Antakya besuchen wir zunächst die in den Fels gearbeitete St.-Pierre-Kirche. Die Höhlenkirche erinnert an die frühe christliche Gemeinde von Antiochia, in der die Anhänger Jesu nach der Apostelgeschichte erstmals „Christen“ genannt wurden.
Anschließend besuchen wir das Necmi-Asfuroğlu-Museum. Unter einem modernen Hotelbau werden die freigelegten Straßenzüge, Mauern und großflächigen Bodenmosaiken des römischen Antiochia an ihrem ursprünglichen Fundort präsentiert.
Abendessen und Übernachtung: Antakya
5. Tag: Antakya – Antiochia am Orontes
Der heutige Tag gehört Antiochia, einer der großen Metropolen der antiken Welt. Die von Seleukos I. gegründete Stadt lag am Orontes, dem heutigen Asi, und wurde in römischer Zeit zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des östlichen Mittelmeeres.
Unser Stadtrundgang führt zur wiederhergestellten Habib-i-Neccar-Moschee und entlang der historischen Kurtuluş Caddesi. Wir beschäftigen uns mit dem Zusammenleben muslimischer, orthodoxer, katholischer, armenischer und jüdischer Gemeinden, aber auch mit den Verlusten des Erdbebens von 2023 und dem gegenwärtigen Wiederaufbau.
Einige historische Kirchen, die Synagoge und Teile der alten Gassen können gegenwärtig nicht regulär besichtigt werden. Sie werden daher nicht als gesicherte Innenbesichtigungen ausgeschrieben. Dennoch lässt sich an ihren Standorten die religiöse und gesellschaftliche Vielschichtigkeit Antakyas nachvollziehen.
Am Nachmittag fahren wir nach Harbiye, dem antiken Daphne. Die wasserreiche Landschaft galt in der Antike als heiliger Hain des Apollon und war mit dem Mythos von Apollon und Daphne verbunden.
Der Tag endet mit einem ausführlichen Antakya-Abendessen. Hummus, Muhammara, Oruk, Tepsi-Kebabı, zahterhaltige Salate, Künefe und andere regionale Speisen sind dabei selbst ein Stück Kulturgeschichte.
Abendessen und Übernachtung: Antakya
6. Tag: Samandağ – Klöster, armenische Tradition und römische Ingenieurskunst
Wir fahren zunächst zum auf einem Berg gelegenen Kloster des heiligen Symeon. Der weitläufige frühbyzantinische Komplex entstand um den Ort, an dem der jüngere Symeon Stylites jahrzehntelang auf einer Säule gelebt haben soll. Kirchen, Baptisterium, Zisternen und Klostergebäude eröffnen zugleich einen weiten Blick über das Orontesdelta.
Danach besuchen wir Vakıflı, das einzige noch bestehende armenische Dorf der Türkei. Die Kirche, die Gärten und die von der Dorfgemeinschaft erzeugten Produkte erzählen von der armenischen Geschichte des Musa Dağı.
Über Hıdırbey mit seinem alten Platanenbaum gelangen wir nach Samandağ und Çevlik. Hier lag Seleukeia Pieria, der Hafen des antiken Antiochia. Der in den Fels geschlagene Titus-Tunnel sollte die Hafenstadt vor Überschwemmungen und Versandung schützen. Ein Fußweg führt durch die Schlucht zur Tunnelanlage und weiter zu den in den Fels gehauenen Gräbern der sogenannten Beşikli Mağara.
Am späten Nachmittag Rückfahrt nach Antakya.
Abendessen und Übernachtung: Antakya
7. Tag: Antakya – Yesemek – Gaziantep
Wir verlassen Antakya und überqueren erneut das Amanosgebirge. Bei İslahiye besuchen wir Yesemek, eine der ungewöhnlichsten archäologischen Stätten Südostanatoliens.
In dem späthethitischen Bildhauerzentrum wurden aus großen Basaltblöcken Löwen, Sphingen, Götterfiguren und Reliefsteine vorgearbeitet. Viele Stücke liegen noch heute in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien im Gelände. So lässt sich der Arbeitsprozess antiker Steinmetze beinahe Schritt für Schritt verfolgen.
Anschließend Weiterfahrt nach Gaziantep. Nach der Ankunft beziehen wir unser Hotel und unternehmen einen ersten Spaziergang durch die Umgebung der historischen Altstadt.
Abendessen und Übernachtung: Gaziantep
8. Tag: Gaziantep – Mosaiken, Basare und Küche
Am Vormittag besuchen wir das Zeugma-Mosaikmuseum. Die aus den römischen Villen von Zeugma geborgenen Mosaiken gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen antiker Wohnkultur. Mythologische Szenen, Flussgötter, Meereswesen und die berühmte sogenannte „Zigeunerin“ vermitteln eine Vorstellung vom Reichtum der Stadt am Euphrat.
Anschließend erkunden wir die historische Innenstadt. Wir sehen die Gaziantep-Burg von außen, spazieren durch den Bakırcılar Çarşısı, den Basar der Kupferschmiede, besuchen den Zincirli Bedesten und den Almacı Pazarı und legen eine Pause im traditionsreichen Tahmis Kahvesi ein.
Je nach Öffnungszeiten können das Hamam-Museum, das Emine-Göğüş-Küchenmuseum oder das Museum des nationalen Widerstands in das Programm aufgenommen werden.
Der Abschlussabend gehört der Gazianteper Küche: Beyran, Yuvalama, Ali Nazik, verschiedene Kebabs, Katmer und Baklava zeigen, weshalb Gaziantep als UNESCO-Stadt der Gastronomie ausgezeichnet wurde.
Abendessen und Übernachtung: Gaziantep
9. Tag: Rückflug ab Gaziantep
Je nach Abflugzeit bleibt Gelegenheit für einen letzten Basarbesuch oder ein gemeinsames Frühstück mit Katmer. Anschließend Transfer zum Flughafen Gaziantep und Rückflug, gegebenenfalls mit Umstieg in Istanbul.
Übernachtungen
2 Nächte in Adana
1 Nacht in İskenderun
3 Nächte in Antakya
2 Nächte in Gaziantep

