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Das Reich der Tausend Götter.

Yazilikaya

Hethiter

Hattuscha-Alacahöyük-Schapinuwa-Kültepe-Kayseri

7 Tage 6 Nächte

April-Juni, Oktober, November

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Vor mehr als dreitausend Jahren beherrschten die Hethiter weite Teile Anatoliens. Ihre Könige schlossen Verträge mit den mächtigsten Herrschern ihrer Zeit, ihre Schreiber hinterließen Tausende von Tontafeln und ihre Priester verehrten eine kaum überschaubare Götterwelt. Denn die Hethiter verdrängten die Gottheiten der unterworfenen Völker nicht, sondern nahmen sie in den eigenen Kult auf. So entstand das sprichwörtliche „Reich der tausend Götter“.
Unsere Reise führt von den bedeutendsten hethitischen Sammlungen Ankaras zu den monumentalen Toren von Alacahöyük, in die Hauptstadt Hattuscha und zum Felsenheiligtum von Yazılıkaya. In Schapinuwa begegnen wir einem weiteren politischen und religiösen Zentrum des Reiches. Kültepe schließlich führt uns zu den Anfängen der Schriftkultur und des internationalen Handels in Anatolien.
1. Tag: Istanbul – mit dem Schnellzug nach Ankara
Ankunft am Flughafen Istanbul. Je nach Flughafen und Fahrplan erfolgt der Transfer zum günstigsten Bahnhof des Hochgeschwindigkeitszuges. Anschließend fahren wir durch die Landschaften Nordwestanatoliens nach Ankara.
Die Zugreise bildet einen angenehmen Übergang von der modernen Metropole Istanbul in das anatolische Hochland. Nach der Ankunft Transfer zum Hotel und gemeinsames Abendessen.
Abendessen und Übernachtung: Ankara
2. Tag: Ankara – Einführung in die Welt der Hethiter
Der heutige Tag gehört dem Museum für anatolische Zivilisationen. In den historischen Gebäuden unterhalb der Zitadelle begegnen wir den Kulturen Anatoliens von der Steinzeit bis zur Antike. Im Mittelpunkt stehen die Funde aus Alacahöyük, Kültepe und den hethitischen Zentren Zentralanatoliens.
Reliefierte Orthostaten, Stierfiguren, Kultgefäße, Rollsiegel und Keilschrifttafeln geben uns eine erste Vorstellung von Religion, Herrschaft und Alltagsleben der Hethiter. Zugleich verfolgen wir den Weg von den vorhethitischen Kulturen über die Entstehung des hethitischen Staates bis zum Zusammenbruch des Großreiches um 1200 v. Chr.
Nach dem Museumsbesuch Mittagessen in der Altstadt. Anschließend Spaziergang durch das historische Viertel unterhalb der Zitadelle und, wenn es die Zeit erlaubt, Auffahrt zur Burg von Ankara.
Abendessen und Übernachtung: Ankara
3. Tag: Ankara – Alacahöyük – Boğazkale
Wir verlassen Ankara und fahren durch das zentralanatolische Hochland nach Alacahöyük. Der Siedlungshügel wurde über Jahrtausende hinweg bewohnt und gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten Anatoliens.
Zunächst beschäftigen wir uns mit den reich ausgestatteten Fürstengräbern der frühen Bronzezeit. Die berühmten Sonnenstandarten und Tierfiguren dieser Gräber wurden später zu Symbolen Ankaras und der anatolischen Frühgeschichte. Aus hethitischer Zeit stammen das monumentale Sphinxtor und die Reliefsteine, auf denen Herrscher, Priester, Opferhandlungen und heilige Tiere dargestellt sind.
Nach dem Besuch des kleinen Museums fahren wir weiter nach Boğazkale. Am späten Nachmittag gewinnen wir einen ersten Eindruck von der weiten Landschaft rund um die ehemalige hethitische Hauptstadt.
Abendessen und Übernachtung: Boğazkale
4. Tag: Hattuscha und Yazılıkaya – Hauptstadt und Götterheiligtum
Ein ganzer Tag ist Hattuscha und dem nahe gelegenen Felsenheiligtum Yazılıkaya gewidmet. Die Hauptstadt des hethitischen Großreiches erstreckte sich über ein weitläufiges, von mächtigen Mauern geschütztes Gelände.
Wir beginnen in der Unterstadt mit dem Großen Tempel, der vermutlich dem Wettergott und der Sonnengöttin von Arinna geweiht war. Anschließend folgen wir den Befestigungsanlagen hinauf in die Oberstadt. Löwentor, Königstor, Sphinxtor und der künstlich aufgeschüttete Wall von Yerkapı vermitteln eine Vorstellung von der Größe und Wehrhaftigkeit der Hauptstadt. Auf Büyükkale befanden sich die Palast- und Verwaltungsgebäude der hethitischen Großkönige.
Am Nachmittag besuchen wir Yazılıkaya. In den natürlichen Felskammern ziehen Götter und Göttinnen in langen Prozessionen über die Steinwände. Wettergötter, Sonnengöttinnen, Berggötter und Wesen der Unterwelt machen das Heiligtum zu einem steinernen Abbild des hethitischen Kosmos. Hier wird besonders anschaulich, weshalb die hethitischen Texte vom „Land der tausend Götter“ sprechen.
Abendessen und Übernachtung: Boğazkale
5. Tag: Boğazkale – Schapinuwa – Kayseri
Frühe Abfahrt nach Ortaköy und Besuch von Schapinuwa, in der wissenschaftlichen Schreibweise Šapinuwa. Die Stadt war nicht nur ein bedeutendes Verwaltungszentrum, sondern zeitweise auch Residenz der hethitischen Könige, militärischer Stützpunkt und religiöses Zentrum.
Bei den Ausgrabungen wurden Palast- und Verwaltungsbauten sowie ein umfangreiches Archiv mit mehreren Tausend Tontafeln und Fragmenten entdeckt. Die Texte berichten von königlicher Korrespondenz, religiösen Ritualen und den engen Beziehungen der Hethiter zur hurritischen Welt.
Nach dem Mittagessen beginnt die längere Fahrt nach Kayseri. Unterwegs erleben wir die Weite des anatolischen Hochlandes, aus dem sich schließlich der mächtige Vulkan Erciyes erhebt.
Abendessen und Übernachtung: Kayseri
6. Tag: Kültepe-Kaniš – die Vorgeschichte des hethitischen Reiches
Vor den Toren Kayseris liegt Kültepe, das antike Kaniš beziehungsweise Neša. Die Stadt führt uns in die Zeit vor der Gründung des hethitischen Großreiches. Unterhalb des Siedlungshügels entstand zu Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr. eine Handelsniederlassung assyrischer Kaufleute, das sogenannte Karum.
In den Häusern der Händler wurden Tausende Keilschrifttafeln entdeckt. Geschäftsbriefe, Schuldscheine, Eheverträge und private Mitteilungen erzählen erstaunlich unmittelbar vom Leben einer internationalen Handelsgesellschaft. Mit diesen Dokumenten beginnt die schriftlich überlieferte Geschichte Anatoliens. Auch die Selbstbezeichnung der hethitischen Sprache – nešili, „die Sprache von Neša“ – erinnert an die Bedeutung der Stadt.
Nach der Besichtigung von Siedlungshügel und Handelsviertel Rückfahrt nach Kayseri. Im Archäologischen Museum innerhalb der Zitadelle betrachten wir ausgewählte Originalfunde aus Kültepe. Ein Spaziergang durch die historische Innenstadt mit Zitadelle, Basar und seldschukischen Bauwerken rundet den Tag ab.
Abendessen und Übernachtung: Kayseri
7. Tag: Abschied von Anatolien
Je nach Abflugzeit bleibt Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang oder einen letzten Blick auf den Erciyes. Anschließend Transfer zum Flughafen Kayseri und Rückflug – in der Regel mit Umstieg in Istanbul.


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