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Ein preussischer General im Osmanischen Reich

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Unterwegs mit Moltke I - Der Westen

Anfänge der deutschen Militärmission

10 Tage 9 Nächte

März-Juni, September-November

Als Helmuth von Moltke im Herbst 1835 nach Konstantinopel kam, ahnte er nicht, dass aus einer privaten Orientreise ein vierjähriger Aufenthalt im Dienst Sultan Mahmuds II. werden sollte. Der damals 35-jährige preußische Hauptmann beriet die osmanische Armee, vermass Istanbul, bereiste die Balkanprovinzen und durchquerte Anatolien bis nach Kurdistan und Mesopotamien. Er ritt durch Landschaften, die europäischen Reisenden seiner Zeit kaum bekannt waren, fuhr auf Flößen über Euphrat und Tigris und erlebte 1839 die vernichtende Niederlage der osmanischen Armee bei Nizip.
Seine Beobachtungen hielt Moltke in Briefen fest, die 1841 unter dem Titel Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839 erschienen. Es sind keine nüchternen militärischen Berichte. Moltke schreibt über Landschaften und Städte, über Türken, Armenier, Griechen, Araber und Kurden, über Paläste, Dörfer und Heerlager – mit genauer Beobachtung, feiner Ironie und bisweilen erstaunlicher Anteilnahme.
„Oft, wenn ich in fernen asiatischen Steppen den langen heißen Tag geritten und die Nacht herabsank, ehe die müden Pferde ihr Nachtquartier erreicht … trat er mit südlicher Klarheit aus dem Abendrot hervor.“
Unsere Reise folgt nicht dem späteren Feldmarschall und Sieger von Sedan, sondern dem jungen, neugierigen und noch weitgehend unbekannten Moltke: dem Kartografen, Reisenden, Briefschreiber und aufmerksamen Beobachter des Osmanischen Reiches am Vorabend der Tanzimatzeit.

Diese Reise folgt Moltke zunächst durch die westliche Welt des Osmanischen Reiches: vom Bosporus über die alte Residenz Bursa und die Dardanellen bis nach Smyrna. Anschließend führt sie zu den Orten seiner großen Erkundungsreise durch Zentralanatolien.
Im Mittelpunkt stehen Moltke als Beobachter, Kartograf und Reiseschriftsteller sowie das Osmanische Reich unter Sultan Mahmud II.
1. Tag: Ankunft in Istanbul
Ankunft in jener Stadt, die Moltkes ursprüngliches Reiseziel war und schließlich vier Jahre lang zum Mittelpunkt seines Lebens werden sollte.
2. Tag: Das Konstantinopel Mahmuds II.
Topkapı-Palast, Hippodrom, Hagia Sophia, Süleymaniye und die Stadtviertel am Goldenen Horn. Wir beschäftigen uns mit den Reformen Mahmuds II., der Auflösung des Janitscharenkorps und dem Aufbau einer neuen osmanischen Armee.
Moltke beteiligte sich an der Vermessung Konstantinopels. Sein historischer Stadtplan begleitet uns durch diesen Tag.
3. Tag: Pera, Tarabya und Büyükdere
Über Galata und Pera gelangen wir zu den europäischen Botschaften und anschließend an den oberen Bosporus. In Büyükdere befand sich die preußische Gesandtschaft; hier lebte Moltke zeitweise.
„Dein schöner Stern hat mir alle Morgen früh geleuchtet, wenn ich vor Sonnenaufgang ausritt.“
Eine Bosporusfahrt erschließt jene Landschaft, die Moltke immer wieder beschrieb und zeichnete.
4. Tag: Istanbul – Bursa
Überfahrt nach Bursa, dem alten Brussa. Die erste osmanische Hauptstadt beeindruckt mit ihren Moscheen, Sultansgräbern, Basaren und Thermalquellen am Fuß des Uludağ.
Besuch der Großen Moschee, des Grünen Mausoleums, des Seidenbasars und des Muradiye-Komplexes.
5. Tag: Bursa – Troja – Çanakkale
Fahrt zu den Dardanellen und weiter nach Troja. Moltke besuchte die Troas Jahrzehnte vor Heinrich Schliemanns Ausgrabungen. Wie viele Reisende seiner Zeit versuchte er, Homers Schilderungen mit der sichtbaren Landschaft in Übereinstimmung zu bringen.
Besuch von Troja und Übernachtung in Çanakkale.
6. Tag: Çanakkale – İzmir
Fahrt entlang der ägäischen Küste nach İzmir, dem damaligen Smyrna. Moltke begegnete hier einer kosmopolitischen Hafenstadt, in der Türken, Griechen, Armenier, Juden und europäische Levantiner zusammenlebten.
7. Tag: İzmir – Kayseri – Kappadokien
Flug nach Kayseri. Die Stadt am Fuß des Erciyes war eine wichtige Station auf Moltkes Reise durch das anatolische Hochland. Weiterfahrt nach Kappadokien.
8. Tag: Kappadokien – Nevşehir – Aksaray
Vulkanische Berge, Tufftäler, Höhlenkirchen und unterirdische Anlagen bestimmen das Landschaftsbild. Moltke interessierte sich besonders für die geografischen Verhältnisse: Wasserläufe, Gebirgspässe, Straßen und mögliche Marschrouten.
Weiterfahrt über Nevşehir nach Aksaray.
9. Tag: Aksaray – Konya
Durch die Weite der anatolischen Hochebene erreichen wir Konya. Besuch des Mevlana-Komplexes sowie ausgewählter seldschukischer Baudenkmäler.
Die Reise zeigt, wie sehr Zentralanatolien seit jeher eine Brücke zwischen Konstantinopel, Syrien und Mesopotamien bildete.
10. Tag: Konya – Ereğli – Rückreise
Fahrt nach Ereğli, dem östlichsten Punkt dieser Reise. Von hier wandte sich Moltke auf seiner Erkundungsreise wieder nach Osten.
Transfer zum Flughafen Konya und Rückflug über Istanbul.


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