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CiCERONE TRAVEL
Die transanatolische Reiterpost
Die Persische Königsstraße
Mehr als nur ein Nachrichtenweg
12 Tage 11 Nächte
März-Mai, Oktober, November
Schon vor zweieinhalb Jahrtausenden verband die persische Königsstraße die Ägäis mit dem Herzen des Orients. Auf ihr eilten berittene Boten von Station zu Station, zogen Händler, Heere und Reisende durch Anatolien – und mit ihnen Waren, Nachrichten und Ideen. Unsere Reise folgt den Spuren dieser frühen transanatolischen Verbindung und führt durch Landschaften, die seit jeher Brücken zwischen Ost und West waren.
1. Tag: Ankunft in İzmir – Selçuk
Ankunft am Flughafen İzmir und Fahrt nach Selçuk. Je nach Ankunftszeit unternehmen wir einen ersten Spaziergang durch den Ort oder besuchen die Reste des Artemistempels.
Ephesos lag während der persischen Herrschaft an der westlichen Peripherie des Großreiches. Über seinen Hafen gelangten Menschen, Waren und Nachrichten von den ägäischen Inseln und den griechischen Städten zur großen Landverbindung, die in Sardes begann.
Abendessen und Übernachtung: Selçuk
2. Tag: Ephesos – westliches Tor Anatoliens
Wir besuchen Ephesos möglichst früh am Morgen. Die heute sichtbaren Monumente stammen überwiegend aus hellenistischer und römischer Zeit, doch die Geschichte der Stadt reicht wesentlich weiter zurück.
Wir sehen die Staatsagora, das Odeion, den Domitiantempel, die Kuretenstraße, den Hadrianstempel, die Celsusbibliothek, die Agora und das Große Theater. Die Hanghäuser vermitteln einen Eindruck vom gehobenen städtischen Leben der römischen Kaiserzeit.
Im Mittelpunkt unserer Erzählung steht jedoch die Lage der Stadt zwischen Meer und Binnenland. Ephesos war ein Umschlagplatz für Waren und Ideen und bildete den westlichen Zugang zu den großen transanatolischen Verkehrswegen.
Nach der Mittagspause besuchen wir das Museum von Ephesos oder die Johannesbasilika. Anschließend fahren wir durch das Tal des Gediz nach Salihli.
Abendessen und Übernachtung: Salihli
3. Tag: Sardes – Hauptstadt der Satrapie Sparda
Sardes ist der eigentliche Ausgangspunkt des von Herodot beschriebenen Königsweges. Bis zur persischen Eroberung war die Stadt die Hauptstadt des lydischen Königreiches. Um 547 v. Chr. besiegte Kyros der Große König Kroisos und machte Sardes, im Altpersischen Sparda, zum Sitz einer der wichtigsten westlichen Satrapien des Perserreiches.
Wir besuchen den Tempel der Artemis, die monumentale Synagoge, das Gymnasium und die römischen Stadtbereiche. Am Fluss Paktolos erinnern wir an den Goldreichtum der lydischen Könige und an die frühe Münzprägung.
Anschließend fahren wir durch die Landschaft von Bin Tepe. Die gewaltigen Grabhügel der lydischen Könige beherrschen noch immer die Ebene. Sardes und die Tumuli von Bin Tepe gehören seit 2025 zum UNESCO-Welterbe.
Am Nachmittag folgen wir der alten Ost-West-Verbindung nach Uşak.
Abendessen und Übernachtung: Uşak
4. Tag: Uşak – durch Phrygien nach Afyon
Im Archäologischen Museum von Uşak sehen wir die als „Karun-Schatz“ bekannt gewordenen lydischen Grabbeigaben. Der Name darf nicht wörtlich verstanden werden: Es handelt sich nicht um den persönlichen Schatz des Königs Kroisos, sondern um kostbare Funde aus lydischen Grabhügeln der Region.
Schmuck, Gefäße und weitere Grabbeigaben zeigen den Reichtum der lydischen Oberschicht an der Schwelle zur persischen Herrschaft. Zugleich erzählen sie eine moderne Geschichte von Raubgrabungen, illegalem Kunsthandel und der Rückführung archäologischer Kulturgüter.
Danach fahren wir weiter nach Afyon. Die Strecke führt durch das phrygische Binnenland, das Herodot als einen der ersten großen Abschnitte des Königsweges beschreibt. In der Umgebung von Afyon lag das antike Dokimeion, dessen Marmorbrüche bereits in der Antike berühmt waren.
Am späten Nachmittag Spaziergang durch die Altstadt von Afyon mit Blick auf den hoch über der Stadt aufragenden Burgberg.
Abendessen und Übernachtung: Afyon
5. Tag: Afyon – Pessinus – Gordion – Ankara
Wir setzen unsere Fahrt durch Phrygien fort. Bei Ballıhisar erinnern die Ruinen von Pessinus an das große Heiligtum der phrygischen Muttergöttin Kybele. Auch dieser Ort lag wahrscheinlich an einem bedeutenden Zweig des persischen Straßennetzes.
Danach erreichen wir Gordion, die alte Hauptstadt der Phryger. Unterhalb und neben den älteren phrygischen Bauten wurden auch Spuren der persischen Herrschaft festgestellt. Besonders wichtig für unser Thema ist ein ausgegrabener Straßenabschnitt, der als Teil der achaimenidischen Verkehrsverbindung gedeutet wird.
Wir besuchen den Siedlungshügel, das Museum und den großen Tumulus MM. Der monumentale Grabhügel wurde wahrscheinlich für den Vater des Königs Midas errichtet und enthält eine außergewöhnlich gut erhaltene hölzerne Grabkammer.
Gordion zeigt, dass die Perser eroberte Zentren nicht einfach aufgaben. Sie integrierten bestehende Städte, Straßen und regionale Eliten in ihre Verwaltung.
Am Nachmittag Weiterfahrt nach Ankara.
Abendessen und Übernachtung: Ankara
6. Tag: Ankara – über den Halys nach Kappadokien
Am Vormittag besuchen wir das Museum für anatolische Zivilisationen. Die Sammlungen ermöglichen uns, die Kulturen kennenzulernen, deren Länder später in das Perserreich eingegliedert wurden: Hethiter, Phryger, Urartäer und Lydier.
Anschließend verlassen wir Ankara und fahren in Richtung Kappadokien. Der Königsweg musste den Halys, den heutigen Kızılırmak, an einem bewachten Übergang überschreiten. Herodot erwähnt ausdrücklich ein Tor und einen starken Wachposten an diesem Fluss.
Die genaue östliche Trasse bleibt umstritten. Sicher ist jedoch, dass Kappadokien wegen seiner Lage zwischen Zentralanatolien, dem Taurus, dem Euphrat und den Ländern im Osten eine Schlüsselregion der persischen Verwaltung war.
Abendessen und Übernachtung: Kappadokien
7. Tag: Kappadokien – die Satrapie Katpatuka
In den altpersischen Inschriften erscheint Kappadokien unter dem Namen Katpatuka. Die Region bildete keine abgeschlossene Märchenlandschaft, sondern war ein weites Durchgangsland zwischen den großen Flussübergängen und Gebirgspässen Anatoliens.
Wir besuchen Uçhisar, das Göreme-Tal und ausgewählte Felsenkirchen. Die sichtbaren Kirchen und Klöster stammen aus wesentlich späterer Zeit, doch die Täler, Tuffplateaus und natürlichen Verkehrsachsen vermitteln eine Vorstellung von den Herausforderungen, denen sich Reisende und Kuriere gegenübersahen.
Je nach Gruppenzusammensetzung besuchen wir außerdem eine unterirdische Stadt. Sie zeigt, wie die Bewohner der Region Schutz-, Lager- und Versorgungssysteme in den weichen Tuffstein gruben.
In Avanos beschäftigen wir uns mit dem Kızılırmak als natürlicher Grenze, Verkehrsader und Rohstofflieferant.
Abendessen und Übernachtung: Kappadokien
8. Tag: Kappadokien – Kültepe-Kaniš – Malatya
Wir fahren über Kayseri nach Kültepe, dem antiken Kaniš. Die Stadt gehört einer wesentlich älteren Epoche an als der Persische Königsweg. Dennoch ist sie für unsere Reise von besonderer Bedeutung: Bereits zu Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr. organisierten assyrische Kaufleute ein Netz von Handelsstationen zwischen Mesopotamien und Anatolien.
Die Keilschrifttafeln von Kültepe berichten von Karawanen, Krediten, Zöllen, Wegerisiken und Handelsverträgen. Sie zeigen, dass die Perser ihre Straßen nicht in einer verkehrslosen Landschaft anlegten, sondern vielerorts jahrhundertealte Handelsverbindungen übernahmen und staatlich organisierten.
Anschließend führt uns eine längere Fahrt durch das Antitaurusgebirge nach Malatya. Hier näherte sich der Königsweg dem Euphrat.
Abendessen und Übernachtung: Malatya
9. Tag: Melid und Melitene – am Übergang über den Euphrat
Wir besuchen Arslantepe, einen der bedeutendsten Siedlungshügel Anatoliens. Die Geschichte des Ortes reicht weit vor die Perserzeit zurück. Bereits im vierten Jahrtausend v. Chr. entstanden hier monumentale Verwaltungsgebäude, Magazine und ein früher Palastkomplex.
In späterer Zeit war Melid ein bedeutendes späthethitisches Zentrum. Die Lage am Übergang zwischen Anatolien, dem Euphrat und Nordmesopotamien blieb über Jahrtausende strategisch wichtig.
Danach fahren wir nach Eski Malatya, dem späteren Melitene. In seiner Umgebung wird einer der Wach- und Versorgungsposten des persischen Königsweges vermutet. Die historischen Monumente von Battalgazi, darunter die Ulu Cami und die Karawanserei, können abhängig vom jeweiligen Restaurierungsstand besichtigt oder von außen betrachtet werden.
Der Tag verdeutlicht, wie dauerhaft einmal etablierte Verkehrskorridore sein können: Persische Kuriere, römische Legionen, mittelalterliche Heere und Karawanen nutzten über Jahrhunderte dieselben natürlichen Übergänge.
Abendessen und Übernachtung: Malatya
10. Tag: Malatya – Euphratübergang – Harput – Diyarbakır
Wir verlassen Malatya und überqueren den Euphrat im Bereich der heutigen Kömürhan-Brücke. In der Nähe lag vermutlich der antike Übergang von Tomisa, der Kappadokien beziehungsweise Melitene mit den östlichen Landschaften verband.
Über Elazığ fahren wir hinauf nach Harput. Burg, Ulu Cami und die erhaltenen Kirchen erinnern an die strategische Bedeutung dieses Felsplateaus. Auch wenn die heute sichtbaren Bauwerke überwiegend nachpersisch sind, kontrollierte der Ort einen der wichtigsten Wege zwischen dem Euphrat und dem Tigris.
Am Nachmittag Weiterfahrt nach Diyarbakır. Mit dem Erreichen des Tigris haben wir den anatolischen Abschnitt des Königsweges durchquert.
Abendessen und Übernachtung: Diyarbakır
11. Tag: Diyarbakır – Amida am Tigris
Diyarbakır, in römischer Zeit Amida genannt, beherrscht einen wichtigen Übergang über den Tigris. Die genaue persische Trasse lässt sich im heutigen Stadtgebiet nicht mehr bestimmen. Dennoch gilt der Raum um Amida als wahrscheinliche Station der alten Verbindung zwischen Melitene, Assyrien und Susa.
Wir beginnen im İçkale-Museumskomplex. Die Funde aus Çayönü, Körtik Tepe und den Siedlungen am oberen Tigris führen uns weit in die Vorgeschichte Mesopotamiens zurück.
Danach besuchen wir die Ulu Cami, die Hasan-Pascha-Herberge, die armenische Surp-Giragos-Kirche und ausgewählte Abschnitte der mächtigen Stadtmauer. Ein Spaziergang durch die Gassen von Sur führt zu Basaren, Innenhöfen und traditionellen Häusern aus schwarzem Basalt.
Am Nachmittag fahren wir zur Zehnäugigen Brücke. Die heutige Brücke stammt aus dem Mittelalter; sie steht jedoch in einer Landschaft, in der der Tigris seit Jahrtausenden von Reisenden, Händlern und Armeen überquert wurde.
Beim Abschiedsabendessen blicken wir auf eine Reise zurück, die uns quer durch Anatolien geführt hat – von der ägäischen Küste bis an die Schwelle Mesopotamiens.
Abendessen und Übernachtung: Diyarbakır
12. Tag: Rückflug ab Diyarbakır
Je nach Flugzeit bleibt Gelegenheit für einen letzten Spaziergang oder einen Basarbesuch. Anschließend Transfer zum Flughafen Diyarbakır und Rückflug, gegebenenfalls mit Umstieg in Istanbul.
Übernachtungen
1 Nacht in Selçuk
1 Nacht in Salihli
1 Nacht in Uşak
1 Nacht in Afyon
1 Nacht in Ankara
2 Nächte in Kappadokien
2 Nächte in Malatya
2 Nächte in Diyarbakır

