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Eremiten, Reclusen und Wahnsinnige in Kappadokien

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Höhlenkirchen aus Tuff

Was uns die Wandmalereien verraten...

7 Tage 6 Nächte

März, April, Mai, Oktober, November

Kappadokien ist eine Landschaft, die der Mensch nicht nur besiedelt, sondern geradezu von innen heraus gestaltet hat. In den weichen vulkanischen Tuff gruben Mönche und Einsiedler ihre Zellen, schufen Kirchen, Kapellen, Refektorien und ganze Klosteranlagen. Schlichte Kreuze, archaische Ornamente und farbenreiche Fresken erzählen von der Entwicklung des Christentums zwischen Spätantike und Mittelalter.
Diese Studienreise verbindet die berühmten Höhlenkirchen von Göreme mit abgelegenen Tälern und kaum besuchten Sakralbauten. Sie führt nach Soğanlı, Gülşehir und Güzelyurt, zu den einsamen Kirchen der südkappadokischen Hochebene und schließlich zum außergewöhnlichen Gümüşler-Kloster bei Niğde. Dabei geht es nicht allein um Architektur und Malerei, sondern auch um die besondere Beziehung zwischen Vulkanismus, Landschaft und menschlichem Überlebenswillen.

1. Tag – Ankunft in Kayseri und Fahrt nach Kappadokien
Nach Ihrer Ankunft am Flughafen Kayseri werden Sie von Ihrer Reiseleitung empfangen. Auf der Fahrt nach Ürgüp öffnet sich allmählich die kappadokische Vulkanlandschaft. Die mächtige Silhouette des Erciyes Dağı begleitet Sie – jenes erloschenen Vulkans, dessen Ausbrüche wesentlich zur Entstehung der mächtigen Tuffschichten Kappadokiens beitrugen.
Je nach Ankunftszeit unternehmen Sie einen ersten Spaziergang durch Ürgüp mit seinen traditionellen Steinhäusern und Felsenkellern.
Vier Übernachtungen in Ürgüp.
2. Tag – Die großen Bilderzyklen von Göreme
Der heutige Tag ist den bekanntesten, kunsthistorisch jedoch unverzichtbaren Höhlenkirchen Kappadokiens gewidmet. Im Freilichtmuseum Göreme verfolgen Sie die Entwicklung der kappadokischen Kirchenmalerei: von einfachen, auf den Fels gemalten Symbolen bis zu den großen figürlichen Bilderzyklen mittelbyzantinischer Zeit.
Sie besichtigen unter anderem die Tokalı Kilise mit ihrem umfangreichen christologischen Freskenprogramm sowie – sofern zugänglich – die Karanlık Kilise, deren Malereien zu den am besten erhaltenen der Region gehören. Das Felsensemble war vom 4. bis zum 13. Jahrhundert ein bedeutender Ort monastischen Lebens. Göreme-Freilichtmuseum
Abseits der großen Besucherströme besuchen Sie anschließend die El-Nazar-Kirche und unternehmen einen Spaziergang durch das gleichnamige Tal. Zum Abschluss führt die Fahrt nach Ortahisar, dessen mächtiger Burgfelsen die Siedlung überragt.
3. Tag – Verborgene Kirchen rund um Ürgüp
Über die Pancarlık-Kirche mit ihren eigentümlichen, teilweise archaisch wirkenden Malereien gelangen Sie zum Keşlik-Kloster. Inmitten von Gärten und Tufffelsen liegen hier Kirchen, Refektorien, Wirtschaftsräume und Mönchszellen – ein anschauliches Beispiel für den Alltag einer klösterlichen Gemeinschaft.
Anschließend erkunden Sie Mustafapaşa, das frühere Sinasos. Griechische Wohnhäuser, Steinmetzarbeiten und Kirchen erinnern an die einstige orthodoxe Bevölkerung des Ortes. Besucht werden die Konstantin-und-Helena-Kirche sowie, je nach Zugang, weitere Felskirchen in der Umgebung.
Danach geht es zur abgelegenen Tağar-Kirche, auch als Theodor-Kirche bekannt. Ihr ungewöhnlicher Grundriss und ihre qualitätvollen Malereien machen sie zu einem der bemerkenswertesten, jedoch selten besuchten Sakralräume Kappadokiens.
4. Tag – Die Klosterlandschaft von Soğanlı
Die Fahrt führt über Taşkınpaşa in den Süden Kappadokiens. Im stillen Soğanlı-Tal liegen zahlreiche Kirchen, Kapellen, Taubenschläge und Klosterräume verstreut. Zu Fuß entdecken Sie unter anderem die Karabaş Kilise, die Yılanlı Kilise und die Kubbeli Kilise, deren aus dem Tuff herausgearbeitete äußere Kuppel in Kappadokien nahezu einmalig ist.
Auf dem Rückweg besuchen Sie Sobesos. Die spätantike Siedlung mit ihren Mosaikfußböden zeigt, dass Kappadokien nicht ausschließlich aus Höhlenwohnungen und Klöstern bestand, sondern auch Teil einer städtisch geprägten römisch-byzantinischen Kulturlandschaft war.
5. Tag – Gülşehir, Açıksaray und Tatlarin
Sie verlassen Ürgüp und fahren nach Gülşehir. In der zweigeschossigen Johannes-Kirche begegnen Sie einem der interessantesten Freskenprogramme Kappadokiens. Während das untere Geschoss weitgehend schlicht geblieben ist, entfaltet sich im oberen Kirchenraum eine farbenreiche Welt biblischer Szenen.
Danach erkunden Sie Açıksaray. Die weitläufige Felslandschaft umfasst Kirchen, Klosterhöfe, Wirtschaftsgebäude und römische Felsgräber. Das Areal entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum. Açıksaray und Johannes-Kirche
Bei Tatlarin besuchen Sie eine selten besichtigte unterirdische Anlage sowie – abhängig von Öffnung und Zugänglichkeit – die dortigen Felskirchen. Anschließend Weiterfahrt nach Güzelyurt.
Zwei Übernachtungen in Güzelyurt.
6. Tag – Güzelyurt, Ihlara und die einsamen Kirchen des Hasan Dağı
Das frühere Gelveri gehörte zu den bedeutenden griechisch-orthodoxen Orten Kappadokiens. Sie spazieren durch die historische Siedlung und besuchen die ehemalige Gregor-von-Nazianz-Kirche, die heute als Moschee genutzt wird. Im Manastır-Tal liegen weitere Höhlenkirchen, Klosterräume und in den Tuff gehauene Wohnanlagen.
Vor den Ausläufern des Hasan Dağı erhebt sich die Kızıl Kilise – die „Rote Kirche“. Anders als die meisten Sakralbauten der Region wurde sie nicht in den Fels gegraben, sondern aus sorgfältig bearbeiteten Steinquadern errichtet.
Anschließend führt ein Spaziergang in das Ihlara-Tal. Hier entstanden entlang des Melendiz-Flusses zahlreiche Felskirchen, deren Malereien syrische, byzantinische und lokale Einflüsse erkennen lassen. Den Abschluss bildet die monumentale Klosteranlage von Selime, deren Kirchen, Hallen und Wohnräume hoch über der Ebene aus einem mächtigen Tuffmassiv herausgearbeitet wurden.
7. Tag – Çanlı Kilise und das Gümüşler-Kloster
Auf dem Weg nach Niğde besuchen Sie zunächst die abgelegene Çanlı Kilise. Rund um den teilweise erhaltenen Kirchenbau erstreckt sich eine kaum bekannte mittelalterliche Siedlungs- und Klosterlandschaft mit Felswohnungen, Kapellen und Grabanlagen.
Den Höhepunkt des Tages bildet das Gümüşler-Kloster bei Niğde. Die Anlage wurde um einen nahezu quadratischen, tief in den Fels eingeschnittenen Innenhof gruppiert. Besonders eindrucksvoll sind die gut erhaltenen Fresken der Hauptkirche, darunter eine ungewöhnliche Darstellung der lächelnden Gottesmutter. Das Kloster gilt als eines der bemerkenswertesten und am besten erhaltenen Werke byzantinischer Kunst in Anatolien. Gümüşler-Kloster
Wenn es die Flugzeit erlaubt, besuchen Sie anschließend die Konstantin-und-Helena-Kirche von Andaval, einen weiteren selten besuchten frühchristlich-byzantinischen Sakralbau bei Niğde.
Danach Fahrt zum Flughafen Kayseri und Rückflug.
Die Besichtigung einzelner abgelegener Kirchen ist von örtlichen Öffnungen, Restaurierungsarbeiten und der Zugänglichkeit der Zufahrtswege abhängig.


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